Herbert Weichmann: Ein preußischer Hanseat

Do, 23. Mai 2013, 19 Uhr, KörberForum, Kehrwieder 12, Hamburg

Konzept, Umsetzung und Moderation: Susanne Wittek

Über Herbert Weichmann – den Weimarer Demokraten, NS-verfolgten Exilanten und Hamburger Bürgermeister von 1965 bis 1971 – sprach Susanne Wittek mit dem Historiker Axel Schildt und den 68er-bewegten Zeitzeugen Helga Kutz-Bauer und Gert Hinnerk Behlmer. Stephan Benson las aus persönlichen Briefen Herbert Weichmanns.

Dr. Axel Schildt, Professor für Neuere Geschichte an der Universität Hamburg und Direktor der Forschungsstelle für Zeitgeschichte (FZH), machte Herbert Weichmanns politischen Werdegang vor dem Hintergrund der Weimarer Republik nachvollziehbar. Schildts Forschungsschwerpunkte liegen auf politischen Themen sowie der Sozial- und Kulturgeschichte Deutschlands und Westeuropas (vornehmlich) der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gegenwärtig arbeitet er an einer Intellektuellengeschichte der Bundesrepublik.

Die beiden Zeitzeugen berichteten über das angespannte Verhältnis zwischen der Studentenbewegung und Herbert Weichmann in den Jahren ab 1967. Gert Hinnerk Behlmer war während des Jura-Studiums in Hamburg in der Studentenbewegung der 60er Jahre aktiv. Am 9. November 1967 trug er gemeinsam mit seinem Kommilitonen Detlev Albers den ins Audimax einziehenden Professoren das Transparent „Unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren“ voran. 30 Jahre lang hat er in Hamburger Behörden gearbeitet, u. a. als Staatsrat der Senatskanzlei und der Kulturbehörde. Neben anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten ist er heute Vorsitzender der Freunde des Museums der Arbeit.

Dr. phil. Helga Kutz-Bauer begegnete Bürgermeister Herbert Weichmann im „heißen Sommer“ 1967. Damals studierte sie in Hamburg Soziologie und Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Als Vorsitzende des AStA nahm sie nach den Tumulten um den Besuch des Schahs und den Tod des Studenten Benno Ohnesorgs an Gesprächen mit Vertretern aus Politik und Polizei teil. Von 1974 bis 1978 war sie für die SPD Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Von 1985 bis 2003 leitete sie die Landeszentrale für politische Bildung in Hamburg. Sie ist seit 2003 Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter Sozialdemokraten Hamburg.

Stephan Benson, der als Schauspieler und Sprecher einen hervorragenden Namen hat, trug ausgewählte Passagen aus Briefen Herbert Weichmanns vor.

Eine Veranstaltung der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung in Kooperation mit der Körber-Stiftung.

(Foto: © Maike Raap, FZH)

(Foto: © Martin Zitzlaff)