Gert Marcus

Der Bildhauer und Maler Gert Marcus (1914-2008) stammte wie sein Bruder, der Komponist Ingolf Dahl, aus einer gebildeten Familie des assimilierten jüdischen Bürgertums im Hamburger Stadtteil Groß Borstel. 

Wegen seiner jüdischen Herkunft musste er 1933 seine Ausbildung an der Hamburger Lichtwarkschule abbrechen. Er emigrierte ins Heimatland seiner Mutter – nach Schweden. Dort bildete er sich autodidaktisch fort und wurde zu einem der angesehensten bildenden Künstler des Landes. Er wurde mit zahlreichen Einzelausstellungen gewürdigt und 1986 an die Kunstschule in Göteborg berufen. Auch international erwarb er sich mit seinen großformatigen Marmor-Skulpturen hohe Anerkennung. Seine Werke wurden außer in Schweden auch in Frankreich, Italien, Mexiko und Israel teilweise dauerhaft im öffentlichen Raum installiert. 

Gert Marcus war in den 1960er Jahren an zahlreichen Gruppenausstellungen in Deutschland  beteiligt. Seine erste und einzige Einzelausstellung in Deutschland fand 1993 im Richard Haizmann-Museum (Niebüll) statt. 

In Hamburg wurden Werke von ihm 2007 in der von Maike Bruhns kuratierten Ausstellung „Geflohen aus Deutschland. Hamburger Künstler im Exil 1933-1945“ im Museum für Hamburgische Geschichte gezeigt. Dennoch blieb er in seiner Geburtsstadt nahezu unbekannt. 

Erst 2015 wurden er und sein Bruder Ingolf Dahl von Groß Borsteler Bürgerinnen und Bürgern wieder entdeckt. Seitdem hat die Initiative Marcus und Dahl beide Brüder mit zahlreichen Vorträgen, Gesprächen und Konzerten ins öffentliche Bewusstsein zurückgeholt. Unter anderem hat sie die Stadt Hamburg dafür gewonnen, eine Straße in einem Neubaugebiet nach Gert Marcus zu benennen. Die Installation einer seiner Skulpturen im öffentlichen Raum ist geplant.

Mehr Informationen finden Sie HIER. 

Gert Marcus
Fotonachweis: Laszlo Bogardy,
© Malmö Museums